{"id":1534,"date":"2015-02-28T07:16:22","date_gmt":"2015-02-28T07:16:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1534"},"modified":"2015-02-28T07:21:01","modified_gmt":"2015-02-28T07:21:01","slug":"perfektion-nur-fuer-kurze-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1534","title":{"rendered":"Perfektion? Nur f\u00fcr kurze Zeit!"},"content":{"rendered":"<p>Gestern waren wir in der Oper. In einer konzertanten Auff\u00fchrung der Aida, die einen ja per se schon etwas ins Gr\u00fcbeln, wenn nicht gar in die Melancholie treiben kann. Sitzt man dann sozusagen \u00fcber dem Orchestergraben und kann seinen Schwarm nur von hinten bewundern, schweifen die Gedanken gerne mal etwas ab. Das Ganze fand im &#8217;neuen&#8216; Auditorium Roms statt. Dieses Auditorium war mal urspr\u00fcnglich\u00a0zur Jahrtausendwende geplant, hat es aber leider &#8211; wie so viele Bauwerke, unter anderem die Schwimmhallen in Ostia zur WM &#8211; nicht rechtzeitig geschafft. Es konnte erst 2002 er\u00f6ffnet werden, daf\u00fcr sieht es bereits jetzt \u00a0von au\u00dfen und drumherum aus wie so Manches in Rom: runtergekommen.<\/p>\n<p>Quer durch die ganze Stadt, ja schon vor den Toren Roms stehen Schilder, die die Richtung zu diesem Musiktempel angeben. Befindet man sich dann allerdings im Radius von einem Kilometer: Fehlanzeige. Dann ist genug getan worden, dann muss es auch mal reichen. Keine Lust mehr, echt nicht.\u00a0Schaue ich von unserer Terrasse gegen\u00fcber oder lasse den Blick durch das Condominio schweifen, sehe ich Dasselbe. Mit Riesenaufwand haben wir vor f\u00fcnf Jahren die Hausfassaden renoviert. Jetzt br\u00f6ckelt schon wieder alles. Neue Eigent\u00fcmer haben im letzten Monat Tag und Nacht gestrichen, geh\u00e4mmert, renoviert. Jetzt quellen die Balkone \u00fcber von Kruscht und alten M\u00f6beln. Der Schwung hat halt nicht gereicht.<\/p>\n<p>Ich kann mich nicht gut konzentrieren, wenn mir jemand den R\u00fccken zuwendet und so hatte ich gestern reichlich Zeit, mir so meine Gedanken zu machen und die waren betr\u00fcblich. Denn \u00fcber all der Kunst und den Inseln des guten Willens in Italien wabert der Hauch der Verg\u00e4nglichkeit. Kenner sagen, das\u00a0war schon immer so, aber seit einiger Zeit ist es auch f\u00fcr Laien\u00a0zu sp\u00fcren. Es ist nicht mehr nett-chaotisch und leicht morbide, es ist verkommen.<\/p>\n<p>\u00dcberall liegt Schmutz auf den Stra\u00dfen, Bauwerke sind h\u00f6chstens noch drei bis f\u00fcnf Jahre h\u00fcbsch, dann merkt man, dass beim Bau getrickst wurde und billigere Materialien verwendet wurden, dass die hochfliegenden Ideen des Architekten von den Billigarbeitern nicht verstanden wurden oder dass man einfach schlichtweg zum Schluss hin keine Lust mehr hatte. Bei allem ist zu sp\u00fcren: der Wille zur Sch\u00f6nheit und zum Endlich-richtig-gut-machen ist da und dann wird es anstrengend und alles f\u00e4llt zur\u00fcck auf den Schein. Die Oper gestern hat deshalb so zum Gr\u00fcbeln angeregt, weil die Zuschauer so hellauf begeistert waren. Von der Qualit\u00e4t und der Reinheit des K\u00f6nnens. Der Chor war enthusiastisch, das Orchester sowieso, es war durch und durch eine perfekte Veranstaltung. Aber sie hat halt auch nur dreieinhalb Stunden halten m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern waren wir in der Oper. In einer konzertanten Auff\u00fchrung der Aida, die einen ja per se schon etwas ins Gr\u00fcbeln, wenn nicht gar in die Melancholie treiben kann. Sitzt man dann sozusagen \u00fcber dem Orchestergraben und kann seinen Schwarm nur von hinten bewundern, schweifen die Gedanken gerne mal etwas ab. 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