{"id":1487,"date":"2015-02-16T10:52:34","date_gmt":"2015-02-16T10:52:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1487"},"modified":"2015-02-16T10:52:34","modified_gmt":"2015-02-16T10:52:34","slug":"mordkommission-istanbul-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1487","title":{"rendered":"Mordkommission Istanbul in Paris"},"content":{"rendered":"<p>Wen Du mit Wohltaten nicht an Dich binden kannst, den lasse gehen. So weise sprach unser aller Erol Sander am Sonntag (und ein paar anderen Tagen zuvor) in der Opera Garnier in Paris. Als wir am Valentinstag spontan die Karten gebucht hatten, war uns nicht klar, dass<br \/>\n1.\u00a0es sich bei der Entf\u00fchrung aus dem Serailm eines der \u00e4ltesten Singspiele handeln w\u00fcrde, aus denen erst sp\u00e4ter eine Oper wurde<br \/>\n2. eine der Hauptrollen eine reine Sprechrolle sein w\u00fcrde und zwar im echten Sprechsinn und nicht in dem modulierten Sprechrollenmodus, den Opern so gerne mit sich bringen.<br \/>\n3. diese jene Hauptsprechrolle des Paschas von Erol Sander gespielt werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich muss zugeben, ich war erst mal recht ungl\u00e4ubig, zu sehr ist er bei mir &#8211; sch\u00e4ndlicherweise &#8211; auf Istanbuler Mordermittler, romantisch leidender Sonntagsabenddarsteller und vielleicht noch Winnetou abonniert. Warum eigentlich? Weil er gut ausschaut? Weil er prima leiden kann in seinen Rollen? Ich wei\u00df es auch nicht, aber es war ein gro\u00dfartiger Opern-Nachmittag. Die Franzosen nennen es zwar Matin\u00e9e, wenn sie um halb drei in die Oper gehen, bei uns in Augsburg hei\u00dft das dann halt Nachmittagsvorstellung. Die gesamte Oper war selbstredend auf Deutsch und die armen Amerikaner oder Japaner oder eben\u00a0all die Ausl\u00e4nder, die die Pariser Oper am Laufen halten mit ihren \u00fcberaus stolzen Preisen mussten &#8211; so h\u00e4tte meine Oma gesagt &#8211; mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen. Denn wohl gab es Unter (\u00dcber)titel, aber da wir in Frankreich sind, waren sie nat\u00fcrlich einsprachig auf Franz\u00f6sisch. Ist schon ein \u00fcberhebliches Volk in seinem Vive-la-France-Wahn.<\/p>\n<p>Das hat uns dann allerdings mit unseren Sitznachbarn in engeren Kontakt gebracht. Was bei der Enge der Sitze und der Tatsache, dass Mittelplatzsitzer immer zuletzt kommen, sowieso nicht ausbleibt.\u00a0Man wollte wissen, ob es denn ein gutes Deutsch sei und das konnten wir bejahen und ob man denn die Akteuere kenne? Auch das konnten wir stolz wie Bolle bejahen. Der Coup zum Schluss war eine Eule, die unter Schuhu-Gurren auf dem ausgestreckten Arm des Paschas gelandet ist &#8211; es braucht echt nicht viel, um uns zu begeistern. Das Publikum hat st\u00fcrmisch, rhythmisch und ausdauernd geklatscht und irgendwie scheint es doch eine Art von distanzierter Hassliebe zwischen den Nationen zu geben. Immerhin sorgen sie gemeinsam ja auch f\u00fcr den Frieden in der Welt &#8211; ob durch Wohltaten oder gute Wort, ist dann ja auch egal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wen Du mit Wohltaten nicht an Dich binden kannst, den lasse gehen. So weise sprach unser aller Erol Sander am Sonntag (und ein paar anderen Tagen zuvor) in der Opera Garnier in Paris. 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