{"id":1464,"date":"2015-02-12T15:18:23","date_gmt":"2015-02-12T15:18:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1464"},"modified":"2015-02-12T15:21:41","modified_gmt":"2015-02-12T15:21:41","slug":"die-ruepel-uebernehmen-das-kommando","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1464","title":{"rendered":"Die R\u00fcpel \u00fcbernehmen das Kommando"},"content":{"rendered":"<p>Egal, wo man auf der Welt hinschaut, \u00fcberall scheint das gleiche Prinzip vorzuherrschen: das mit der H\u00f6flichkeit als Zier, ohne die man aber weiter kommt. Daher sind ehemalige Dr\u00fcckerkolonnenchefs heute fast schon in der Politik und verkaufen sich als Wohlt\u00e4ter und kleinw\u00fcchsige komplexbeladene Diktatoren halten ihre Untertanen in Angst und Schrecken. Einfach scheu\u00dflich. Aber &#8211; und das vergisst man bei aller Zivilisation: so ist die Natur. Und wer das negiert, wird halt immer ein Honigsammler bleiben. Die meisten deutschen Gro\u00dfunternehmen haben mindestens einmal in ihrer Geschichte ausgesprochen unsaubere, will hei\u00dfen unmoralische Gesch\u00e4fte gemacht. Sei es Waffenhandel, Zwangsarbeit oder Bestechungen im gro\u00dfen Format.<br \/>\nGelernt haben sie das wohl aus der Natur, bzw. sie sind der Natur sehr nahe, was im Umkehrschluss hei\u00dft, wenig zivilisiert und &#8218;verbildet&#8216;. Das holen sie dann mit Streifz\u00fcgen auf der Rue Saint Honor\u00e9 nach, wo sie nach dem Motto &#8218;viel hilft viel&#8216; die glitzernden Gesch\u00e4fte leer kaufen. Auf der Flucht vor diesen Massen war ich heute in der Mittagspause und Mittagssonne im Jardin des Tuileries und habe eine ruhige halbe Stunde in einem der pistazienfarbenen Eisenst\u00fchle verbracht. Gem\u00fctlich die F\u00fc\u00dfe auf den Brunnenrand gest\u00fctzt, den Kindle in der Hand, l\u00e4sst man automatisch immer wieder den Blick schweifen. M\u00f6wen und Enten nutzen die Tatsache, dass die Font\u00e4nen noch aus sind und watscheln gem\u00fctlich auf dem wasserspeihenden Ring knapp unter der Wasseroberfl\u00e4che umher.<br \/>\nAuf einmal lautes Geflatter, emp\u00f6rtes Schnattern, gellende Schreie. Drei M\u00f6wen machen Jagd auf eine Entenfrau, die ein gro\u00dfes St\u00fcck Baguette ergattert hatte. Sie treiben sie scheu\u00dflich in die Enge und st\u00fcrzen sich so lange auf sie, bis sie es fallen l\u00e4sst. Und auch dann bedrohen sie sie weiter, damit sie es sich ja nicht zur\u00fcck holt. Frau Ente war emp\u00f6rt, aber machtlos. Ihr Mann hat aus der Entfernung zugeschaut, Weichei. Erbost wie ich war, habe ich in die H\u00e4nde geklatscht, aber das h\u00e4tte den M\u00f6wen nat\u00fcrlich nicht wurschter sein k\u00f6nnen. Auf dem Markusplatz in Venedig hatten wir im Januar auch schon bemerkt, dass es kaum mehr Tauben gibt, die M\u00f6wen \u00fcbernehmen allerorts die F\u00fchrung. Hab ich schon mal dr\u00fcber geschrieben. Ist aber ein Zeichen der Zeit. Auch in der Gesellschaft kann man sie niemals lange zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Diese ungehobelten R\u00fcpel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Egal, wo man auf der Welt hinschaut, \u00fcberall scheint das gleiche Prinzip vorzuherrschen: das mit der H\u00f6flichkeit als Zier, ohne die man aber weiter kommt. Daher sind ehemalige Dr\u00fcckerkolonnenchefs heute fast schon in der Politik und verkaufen sich als Wohlt\u00e4ter und kleinw\u00fcchsige komplexbeladene Diktatoren halten ihre Untertanen in Angst und Schrecken. Einfach scheu\u00dflich. 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