{"id":1445,"date":"2015-02-09T19:19:06","date_gmt":"2015-02-09T19:19:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1445"},"modified":"2015-02-09T19:20:57","modified_gmt":"2015-02-09T19:20:57","slug":"win-win-tante-emma-and-friends","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1445","title":{"rendered":"Win win: Tante Emma and Friends"},"content":{"rendered":"<p>Heute war ich mit meiner Mama und einer Freundin im Tante Emma Laden beim Essen. Das ist ein Konzept, das zur Hilfe Arbeitssuchender in unserer kleinen schw\u00e4bischen Stadt eingerichtet wurde. Dort kocht der beste Koch Augsburgs, ein hinrei\u00dfend gesch\u00e4ftsunt\u00fcchtiger Italiener, der uns andernorts schon sehr froh gemacht hat mit seinem Wildschwein mit Polenta oder seinen wahnsinnig guten Spinatnocken. Er hat sich vor einigen Jahren entschlossen, sich Gott zuzuwenden, weil der sich ihm zugewandt hat.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher war er so etwas wie ein &#8218;Society-Koch&#8216;, was immer das hei\u00dfen mag. Er hat in Szenerestaurants gekocht und war allseits beliebt. Aber wohl nicht gl\u00fccklich. Nun ist er es. Er steht in einer winzig kleinen K\u00fcche an einem Herd mit vier Kochplatten, nix Gas, nix Salamander, einfach kochen und versorgen. Um ihn herum toben oder bummeln\u00a0kr\u00e4ftige junge Servier-M\u00e4dels unter der Leitung eines weiteren resoluten und kriegserfahrenen italienischen Gastronoms und es ist eine Wonne, ihnen zuzusehen. Wenn sie fragen, was man m\u00f6chte, merkt man, dass es sie\u00a0noch \u00dcberwindung kostet, zu fragen. Wenn sie etwas an den Tisch bringen, merkt man, dass sie es noch lernen, aber was man in jedem Fall merkt, ist wie froh sie sind, dass sie \u00fcberhaupt etwas lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe von dem Restaurant durch\u00a0Maurizio, den Koch selbst erfahren. Er hat es mir erz\u00e4hlt, nachdem er in DEM Szene-Italiener gek\u00fcndigt hatte. Dort stand er &#8211; meiner Meinung nach recht verlassen &#8211; in einer K\u00fcche, verborgen und verscharrt, ungl\u00fccklich, weit weg vom Geschehen und war ein reiner Erf\u00fcllungsgehilfe f\u00fcr ein verzogenes Publikum. Aber er war und ist schon immer mehr als das. Er m\u00f6chte Menschen mit seiner Kunst (und das ist es) gl\u00fccklich machen, er m\u00f6chte sehen, dass sie gl\u00fccklich sind und in diesem engen, etwas dampfigen Tante-Emma-Restaurant hat er genau das gefunden. Weil er nach wie vor sensationell kocht, kommen immer mehr seiner alten G\u00e4ste und auch die Neuen freuen sich sehr, dass sie f\u00fcr wenig Geld so ein gutes Essen bekommen. Oft sind das Menschen, die sich dran gew\u00f6hnt haben, nichts Gutes, auch nicht f\u00fcr Geld zu bekommen. Die freuen sich umso mehr. Und sie freuen sich \u00fcber seine Herzlichkeit. Es ist n\u00e4mlich so: Maurizios Essen w\u00e4rmt den Bauch, sein Strahlen\u00a0aber das Herz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute war ich mit meiner Mama und einer Freundin im Tante Emma Laden beim Essen. Das ist ein Konzept, das zur Hilfe Arbeitssuchender in unserer kleinen schw\u00e4bischen Stadt eingerichtet wurde. 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