{"id":1404,"date":"2015-01-28T19:57:22","date_gmt":"2015-01-28T19:57:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1404"},"modified":"2015-01-28T20:03:20","modified_gmt":"2015-01-28T20:03:20","slug":"taxifahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1404","title":{"rendered":"Taxifahren"},"content":{"rendered":"<p>Heute an unserem letztem Tag in dieser wundertraumhaft sch\u00f6nen Stadt wollten wir einen letzten Spritz\u00a0bei strahlender Sonne vor dem Pantheon nehmen. Damit wir nicht muffelig oder ersch\u00f6pft ankommen,\u00a0haben wir\u00a0uns ein Taxi in die Stadt geg\u00f6nnt, weil man ja leider nicht mehr ins Zentrum fahren darf, was mich viele, viele Jahre gar nicht gest\u00f6rt hat, bis die r\u00f6mische Stadtverwaltung in die Krise kam und begann, Strafzettel an deutsche Touristen nachzuschicken.\u00a0Der Text eines solchen Strafmandats ist derart gestaltet, dass ich n\u00e4chtelang Angstschwei\u00df hatte und mir zur Sicherheit.einen Anwalt genommen habe. Warum ich es trotzdem noch gemacht habe, m\u00f6chten Sie wissen? Weil die Strafzettel bis zu 24 Monate lang nachgeschickt werden k\u00f6nnen und in der Zeit meint man ja nicht, dass man was Schlimmes tut.<\/p>\n<p>Da es mit dem Taxirufen in Rom so eine Sache ist und ich eh Ausschlag bekomme, wenn ein Wagen\u00a0mit 6,70 bei mir ankommt, sind wir mit dem Auto zum nahegelegenen Stand gefahren und haben eines gekapert. Der Fahrer war begl\u00fcckt von uns Touristenfrauen. So begl\u00fcckt, dass er erst mal vergessen hat, das Taxameter anzuschalten. Ich unterstelle jetzt einfach, er hat es vergessen. Auf dem 13,40-Weg in die Stadt habe ich ALLES \u00fcber die Ursache der italienischen Krise erfahren, wei\u00df, warum wir Deutsche als Einsersch\u00fcler die F\u00fchrung \u00fcbernehmen sollten und warum Frankreich eigentlich noch viel schlechter da steht, sich aber hinter Italien versteckt. Dieser Mann sollte in die Politik, zumindest aber nach Davos, in einem Taxi ist er vergeudet.<\/p>\n<p>Ich hatte schon mal erw\u00e4hnt, dass italienische M\u00e4nner mich ganz bezaubernd finden, weil ich ihnen meist beipflichte und da habe ich ein durchaus breites und sehr emphatisches Spektrum, angefangen vom zustimmendem Brummen \u00fcber gedankenvolles sisi, bis hin zu energischem ma veramente! kann ich alles bieten, was ein Mann sich nur w\u00fcnschen kann. Irgendwann war jedoch auch ich verzweifelt. Meine Mutter sa\u00df albern kichernd neben mir und murmelte fragend, ob sie mich anrufen soll? Jaaaaaa!!!! Gut, gesagt, getan. Ich habe also ein Phantomgespr\u00e4ch gef\u00fchrt, der Taxifahrer hat h\u00f6flich geschwiegen und in der Sekunde, als ich &#8218;aufgelegt&#8216; hatte, den Faden exakt dort wieder aufgenommen, wo er ihn gelassen hatte. Gut. Dann halt.<\/p>\n<p>Irgendwann waren wir da. Er hatte sich inzwischen \u00fcber ganz arg viel an der italienischen Politik ausgelassen, ich hab mir \u00fcberlegt, dass das ja doch meist Italiener sind, die die Politik machen und deshalb hab ich mich auch \u00fcberhaupt nicht gewundert, als wir auf dem letzten St\u00fcck zur Piazza di Spagna fr\u00f6hlich gegen die\u00a0Einbahnstra\u00dfe geschossen sind. Wir haben das nat\u00fcrlich korrigiert. Der Fehler war nicht unserer. Das hat irgendso ein Politiker, ich glaube, der schwachk\u00f6pfige B\u00fcrgermeister in den letzten Jahren mal ge\u00e4ndert. Also echt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute an unserem letztem Tag in dieser wundertraumhaft sch\u00f6nen Stadt wollten wir einen letzten Spritz\u00a0bei strahlender Sonne vor dem Pantheon nehmen. 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