{"id":136,"date":"2014-05-08T10:28:20","date_gmt":"2014-05-08T10:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=136"},"modified":"2014-05-08T10:32:38","modified_gmt":"2014-05-08T10:32:38","slug":"was-man-halt-in-rom-so-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=136","title":{"rendered":"Was man halt in Rom so macht"},"content":{"rendered":"<p>Manche Dinge warten so lange und so geduldig auf einen, obwohl sie schmerzlich und ausgiebig vermisst werden, dass sie auch\u00a0den verhasstesten Aufgaben durch ihr Wiederauftauchen einen tieferen Sinn geben. Ein G\u00fcrtel, ich glaube, mein allerteuerster (was nicht schwer ist, denn ich bin kein G\u00fcrteltr\u00e4ger und gebe niemals Geld daf\u00fcr aus \u2013 bis auf diesen), schwarzer, schmaler, doppelter ist wieder da. Er lag verborgen unter einem riesigen Strohhut. Wer kann das ahnen? Und gerade weil ich kein G\u00fcrteltr\u00e4ger bin, war mir sein Verlust so schmerzlich bewusst.\u00a0An drei Orten ist die M\u00f6glichkeit eines (Total)Verlustes oder eines Verstecks enorm. Sowieso mache ich mir mit zunehmendem Alter Sorgen, ob mein Hirn nicht zuviel Platz mit dem Merken von Reiseverbindungen, Kleidungsrochaden und der Frage, wo ich jetzt Waschpulver brauche, vergeudet. Ich merke das daran, dass ich bei Gespr\u00e4chen deutlich vergesslicher bin als fr\u00fcher. Aber das ist ein anderes Thema.<\/p>\n<p>Jedenfalls h\u00e4tte es mir schon heute Morgen klar sein m\u00fcssen, was f\u00fcr ein Tag ist. Ich habe n\u00e4mlich angefangen, den leichten Kalkring vom Zahnputzbecher auf dem Waschtisch im Bad sehr gr\u00fcndlich wegzurubbeln (man tut das ja t\u00e4glich so ein bisschen tralala, aber halt nicht gscheit). Als ich die Aufbewahrungsdosen f\u00fcr Haarspangen, die ich zwar habe, aber nie ben\u00fctze und Kosmetikproben, die man ja immer mal auf Reisen (hahaha) mitnehmen kann, weggestellt habe, um dort Dasselbe zu tun, war mir sofort klar, dieser Tag wird kein t\u00e4ndeliger, sondern ein krawalliger. Mein Mann war nach einem kleinen Streitgespr\u00e4ch per Telefon auch sofort mit der aktuellen Stimmungslage vertraut und so stand der S\u00e4uberungsaktion nicht mehr viel im Weg. Das macht ja auch durchaus Sinn, wo ich mich doch erst gestern lang und breit \u00fcber den zunehmenden Schmutz hier im Viertel und im Condominio ausgelassen habe.<\/p>\n<p>Also habe ich mir als Erstes das Bad vorgenommen. Dann die W\u00e4scheschublade und dann die der Str\u00fcmpfe. F\u00fcrchterlich, einfach grauenhaft. Man k\u00f6nnte ja denken \u2013 und Viele tun das\u00a0wirklich \u2013 dass ich, weile ich in Rom oder Paris, ausschlie\u00dflich die Boulevards auf- und abschlendere, Cappuccino, wahlweise Champagner trinke und shoppe. Weil man das halt so tut, wenn man aus Augsburg in solche St\u00e4dte f\u00e4hrt. Leider gleicht mein Leben eher dem einer fliegenden Putzfrau und man darf getrost glauben, dass irgendeinen Zimmer in jeder Wohnung immer eine Grundreinigung brauchen kann. So weit, so wenig glamour\u00f6s. Nat\u00fcrlich ist es netter, in Rom das Feng-Shui durch Ausmisten in Ordnung zu bringen als in Pusemuckel, aber in der Substanz bleibt es doch Dasselbe. Und weil ich gerade so sch\u00f6n in Schwung war und eh komplett \u00fcberwacht werde (Condominiopolizei), habe ich w\u00e4hrend die Katze aus dem Napf im Garten gefressen hat, gleich alte Taschent\u00fccher, Saftfl\u00e4schchen und was halt sonst noch so auf italienischem Gemeinschaftseigentum herum liegt, aber niemanden st\u00f6rt, aufgesammelt. Egal. Der G\u00fcrtel ist nach ca. drei Jahren wieder da und somit hat das alles einen Sinn!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Dinge warten so lange und so geduldig auf einen, obwohl sie schmerzlich und ausgiebig vermisst werden, dass sie auch\u00a0den verhasstesten Aufgaben durch ihr Wiederauftauchen einen tieferen Sinn geben. 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