{"id":1270,"date":"2014-12-31T16:16:31","date_gmt":"2014-12-31T16:16:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1270"},"modified":"2014-12-31T17:13:08","modified_gmt":"2014-12-31T17:13:08","slug":"vorsaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1270","title":{"rendered":"Vors\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p>Was schreibt man am letzten Tag des Jahres? Muss der Beitrag besonders geistreich sein? Noch sehr viel geistreicher als alle Vorherigen? Welche Vors\u00e4tze fasst man? Mir bedeutet Silvester nicht besonders viel, ich leide unter seiner \u00dcberlegenheit und Endg\u00fcltigkeit und f\u00fcrchte mich vor allen &#8218;Zeichen&#8216;, ob gut oder schlecht.<br \/>\nWie gut, dass wir &#8211; unentschlossen wie wir bislang waren &#8211; heute Nachmittag auf einen Tisch im Restaurant mit den Pinguinen warten mussten. Ich bin mir zwar zu 99% sicher, dass der Tisch eh frei war, aber da das Restaurant von &#8218;echten&#8216; Italienern mit Stolz gef\u00fchrt wird, das Essen gro\u00dfartig und con passione zubereitet ist, kann man nicht einfach um halb vier nachmittags zu Touristen in Fellstiefeln sagen, klar, kommt vorbei, ist eh noch alles frei. Wir mussten uns ans Procedere halten und eine halbe Stunde harren, vermutlich bis George Clooney und Amal absagen (mein Mann meinte recht zauberhaft, nein, nein, andersrum, das Restaurant musste den beiden recht charmant absagen), damit wir den Tisch bekommen. So oder so, in der Zwischenzeit haben wir einen Tee auf dem sch\u00f6nen Campo Santo Stefano in der Sp\u00e4tnachmittagssonne genommen.<br \/>\nEs gab einen Keks dazu und zum Espresso von meinem Mann ein Sch\u00e4lchen Sahne und ein Baiser. Das Tablett stand noch nicht ganz auf dem Tisch, da kam ein Spatz daher und wollte mir den Keks rauben. Da hat er nat\u00fcrlich die Rechnung ohne mich gemacht, meine Kekse verteile immer noch ich. In der Zwischenzeit hat sich der Spatz auf den Becher mit Sahne gest\u00fcrzt. Gerade noch konnte ich das Baiser daraus retten, dann war nichts mehr zu machen. Schnabel rein und los. Wir sa\u00dfen zwanzig Zentimeter entfernt und sind hundert Mal gr\u00f6\u00dfer als so ein Spatz. Das war ihm schnurzpiepegal. Er ist sogar reingetappt vor lauter Gier und Freude. Und weil ich an sich keine besonderen Vors\u00e4tze habe, das mit dem Spagat letztes Jahr ist kl\u00e4glich gescheitert, das Jahr war zu kurz oder meine Beine zu lang, habe ich mir gedacht: das ist doch ein Zeichen. Ich bin manchmal n\u00e4mlich nicht so sehr mutig und traue mich nicht oft, mir das zu nehmen, was ich m\u00f6chte. Wenn ein so kleiner Spatz das kann, sollte es mir doch auch gelingen.<br \/>\nEinen guten Rutsch w\u00fcnsche ich Euch, meine lieben treuen Begleiter, viel Optimismus, Gl\u00fcck und Gesundheit. Und als einzige Lehre aus dem letzten Jahr: Niemals aufgeben und immer den Moment genie\u00dfen! Wie der Spatz mit dem Sahneschnabel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was schreibt man am letzten Tag des Jahres? Muss der Beitrag besonders geistreich sein? Noch sehr viel geistreicher als alle Vorherigen? Welche Vors\u00e4tze fasst man? Mir bedeutet Silvester nicht besonders viel, ich leide unter seiner \u00dcberlegenheit und Endg\u00fcltigkeit und f\u00fcrchte mich vor allen &#8218;Zeichen&#8216;, ob gut oder schlecht. 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