{"id":1210,"date":"2014-12-21T13:16:54","date_gmt":"2014-12-21T13:16:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1210"},"modified":"2014-12-21T13:18:49","modified_gmt":"2014-12-21T13:18:49","slug":"der-incentive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1210","title":{"rendered":"Der In&#8217;cent&#8217;ive"},"content":{"rendered":"<p>Gestern auf dem Weg zum Markt habe ich einen Cent, einen Gl\u00fcckspfennig, auf der Stra\u00dfe blitzen sehen. Nat\u00fcrlich hab ich ihn aufgehoben, das tut man einfach. Aber immer h\u00e4ufiger betrachte ich in Gesch\u00e4ften ein Ph\u00e4nomen: Kunden lassen sich kein Kleingeld mehr herausgeben, sie m\u00f6chten es nicht in bereitgestellte Schweine stecken, sondern nehmen es nicht mal mehr in die Hand und gehen einfach. Das sind durchaus keine reichen Leute oder welche, die rein Gutes tun m\u00f6chten, ihnen ist einfach die M\u00fche des Handaufhaltens und in den Geldbeutelsteckens zu viel. Eigenartig. Liegt das an der Zinspolitik, die Geldbesitz bestraft? Oder daran, dass man f\u00fcrs M\u00fcnzeneinzahlen bei Banken k\u00fcnftig bezahlen muss?<\/p>\n<p>Sind die Sparschweinzeiten endg\u00fcltig vorbei? Wie bringt man Kindern das Sparen bei, wenn dem kleinen Hartgeld so gar keine Sympathie mehr entgegen gebracht wird? Was wird aus dem Spruch &#8218;Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert&#8216;? Leben auf Pump und gro\u00dfem Fu\u00df und das Kleine gering achten? Was kommt als N\u00e4chstes? Sagt dann keiner mehr &#8218;danke&#8216;, weil der Gefallen vom Anderen ja schon erbracht wurde und das jetzt echt zu viel M\u00fche macht? Ich finde, man redet sich seine eigene Bequemlichkeit da ziemlich sch\u00f6n, wenn einem das schon zu viel ist, sein Wechselgeld zu nehmen und auch von der Gegenseite k\u00f6nnte es durchaus als herablassende Geste aufgefasst werden, was es im Grunde genommen ja auch ist. Trinkgeld f\u00fcr freundlichen Service ist nat\u00fcrlich etwas Anderes, aber an der Supermarkt- oder B\u00e4ckereikasse?<\/p>\n<p>Ich freue mich wie ein Schneek\u00f6nig, wenn ich einen Gl\u00fcckspfennig finde und werde auch weiterhin das Hosentaschengeld meines Mannes ins Schwein stecken und dann zur Bank bringen. Wir freuen uns regelm\u00e4\u00dfig, wenn wir davon essen gehen und meine Mutter sammelt ihres in der Hoffnung, es beim Lottospielen zu vermehren. Ich glaube, das hat auch etwas mit Respekt zu tun. Generellem Respekt Werten gegen\u00fcber. Materiellen und Immateriellen. Das Wort Incentive stammt \u00fcbrigens vom Lateinischen incentivus und bedeutet anregend. Es hat nicht direkt etwas mit dem Cent zu tun, k\u00f6nnte es aber, denn ein Cent kann durchaus auch als Anregung verstanden werden, damit ein Ziel zu erreichen. So wie das fr\u00fcher mit den Brautschuhen war, die man sich aus Pfennigen zusammengespart hat. Oder wie eine Freundin von mir, die sich immerhin eine Kellybag damit erspart hat. Wenn das kein Anreiz ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern auf dem Weg zum Markt habe ich einen Cent, einen Gl\u00fcckspfennig, auf der Stra\u00dfe blitzen sehen. Nat\u00fcrlich hab ich ihn aufgehoben, das tut man einfach. 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