{"id":1054,"date":"2014-11-19T13:06:58","date_gmt":"2014-11-19T13:06:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1054"},"modified":"2014-11-19T13:10:59","modified_gmt":"2014-11-19T13:10:59","slug":"es-rueckt-naeher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1054","title":{"rendered":"Richtig?"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten Tage habe ich in Italien verbracht. In Norditalien, dem es an sich noch am besten geht. Das Wetter war zuerst supersch\u00f6n, dann typisch ponebelig und regnerisch, die kleinen St\u00e4dte zauberhaft und auf hinrei\u00dfende Art provinziell. Als ich mit Fotoapparat bewaffnet durch die Stra\u00dfen gebummelt bin, habe ich viele Tipps bekommen, was ich wo und wie am besten fotografieren k\u00f6nnte und sollte. Nach kurzer Zeit hatte ich den Eindruck, bei jemandem daheim zu Besuch zu sein. Vor allem auf den Pl\u00e4tzen Modenas, die um die Jahreszeit leer und Spielwiese der Einheimischen sind, war ich eher ein bestaunter Gast als ein Tourist.<\/p>\n<p>Da fiel es nat\u00fcrlich ganz besonders auf, dass so viele &#8211; und nun ringe ich um das richtige Wort, vor allem angesichts der bescheuerten Toleranzwoche der SZ, die jede falsche Betonung als Rassismus auslegt -, dass sehr viele fremde Menschen mit Migrationshintergrund in dieser beschaulichen, kleinen und sehr italienischen Stadt herumlaufen, um nicht zu sagen, herum irren. Sie sind\u00a0erkennbar arm und zwar in jeder Beziehung. Sie frieren, sie haben sind fern von ihrer Familie, sie sind verloren. Es ist f\u00fcrchterlich mit anzusehen und noch f\u00fcrchterlicher, dass es offenbar keine Alternative gibt. Aber wirklich schlimm ist, dass Italien mit diesem Problem allein gelassen wird. Dem Land geht es &#8211; ob zurecht oder zu Unrecht &#8211; insgesamt nicht gut und zusammen mit der K\u00fcstenlage, die sie &#8222;alleine ausbaden&#8220; m\u00fcssen, zumindest was ich sehr unpolitischer Mensch dar\u00fcber wei\u00df, ist es einfach grauenvoll.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es &#8222;Schlaue&#8220; unter den Fl\u00fcchtlingen, die das Bild dann auch pr\u00e4gen. Das sind Diejenigen, die in sehr kleinen St\u00e4dten auffallen. Wegen ihres Aussehens und weil sie regelm\u00e4\u00dfig Menschen ansprechen, sie nach Geld fragen, um nach Nigeria zu reisen oder um die Familie zu ern\u00e4hren, oder eben einfach so. Sie suchen sich regelrecht Menschen aus, meist \u00c4ltere, auf die sie dann t\u00e4glich warten\u00a0und die auch dann was geben, wenn sie es sich gar nicht leisten kann, denn diese Generation wei\u00df noch, was es hei\u00dft, Fl\u00fcchtling zu sein.<\/p>\n<p>Die anderen aber sind einfach schrecklich verloren und ich finde, die Italiener sind auch schrecklich verloren mit dem Problem. Wie gesagt, wer den Blog schon l\u00e4nger liest, wei\u00df, dass ich weit entfernt von einer fundierten politischen Meinung bin, aber man m\u00fcsste schon dumm, blind und kaltherzig sein, um nicht zu erkennen, welch ungleiche Verteilung hier im Moment in Europa herrscht. Und das Entsetzliche ist, Diejenigen, die Geld mit all dem machen, die Schlepper, die Organisationen, die Hoffnung und Lebensgefahr verkaufen, wissen inzwischen um die Handlungsweisen\u00a0der Europ\u00e4er und senden immer sch\u00e4bigere und kleinere Boote aufs Meer. Wenn es die Italiener noch schaffen, Gekenterte zu retten, gut, wenn nicht, auch egal, das Geld haben sie ja dann schon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Tage habe ich in Italien verbracht. In Norditalien, dem es an sich noch am besten geht. Das Wetter war zuerst supersch\u00f6n, dann typisch ponebelig und regnerisch, die kleinen St\u00e4dte zauberhaft und auf hinrei\u00dfende Art provinziell. 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