{"id":1037,"date":"2014-11-10T15:58:05","date_gmt":"2014-11-10T15:58:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1037"},"modified":"2014-11-10T15:59:52","modified_gmt":"2014-11-10T15:59:52","slug":"also-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1037","title":{"rendered":"Also heute"},"content":{"rendered":"<p>platzt mir der Kragen. Ich bin fast immer und \u00fcberall Ausl\u00e4nder. Ich finde es \u00fcberhaupt nicht schlimm, nur wenn mich mein etwas snobistischer Pariser Metzger zu lange muhen l\u00e4sst, wenn mir das Wort f\u00fcr Rind nicht einf\u00e4llt. Oder wenn eine Damenoberbekleidungsfachverk\u00e4uferin in den Galeries Lafayette nicht versteht, welchen Pulloverausschnitt ich meine, wenn ich mir zum zehnten Mal ein V auf die Brust male. In meinen f\u00fcnfzehn \u00a0Jahren in Rom ist mir das \u00fcbrigens nicht ein einziges Mal passiert. Und ja, ich werde immer als Ausl\u00e4nderin enttarnt, weil ich zwar hupen kann wie ein Italiener, zickig wie ein Pariserin bin, wenn&#8217;s sein muss, aber beide Sprachen mit Akzent spreche und wenn ich meinen Nachnamen sage, eh alle verzweifelt die Haare raufen.<\/p>\n<p>Niemals hab ich mich durch den Satz weder direkt noch unterschwellig angegriffen gef\u00fchlt und was die SZ da heute schreibt \u00fcber unterschwellig diskriminierende S\u00e4tze zeugt eindeutig mehr von der Geisteshaltung der Autoren als davon, was Menschen meinen, die Andere so etwas fragen. Im Gegenteil, ich betrachte eine solche Frage als Beginn eines Gespr\u00e4chs, als freundliches Interesse und die M\u00f6glichkeit, au\u00dferhalb der Witterungsverh\u00e4ltnisse in Kontakt zu kommen. Was ist denn mit diesen Menschen los, die gleich hinter allem und jedem etwas wittern. Nat\u00fcrlich gibt es S\u00e4tze, gerade unter Frauen, die nett klingen, aber auf Vernichtung aus sind. &#8220; Das Kleid steht Dir immer wieder gut!&#8220; oder &#8222;Ach, jetzt sieht es ja noch besser aus, wo Du es mehr ausf\u00fcllst.&#8220; z\u00e4hlen sicher dazu. Hier stehen M\u00e4nner ratlos daneben, weil sie den t\u00f6dlichen Pfeil noch f\u00fcr ein sanftes Streicheln mit der Feder halten. Aber &#8222;Wo kommst Du her?&#8220; nur weil jemand einen wahrlich fremd klingenden Namen hat oder mit Akzent spricht, als Diskriminierung zu identifizieren, ist schon ein starkes St\u00fcck.<\/p>\n<p>Ich denke bei solchen selbsternannten Sittenw\u00e4chtern eher an die &#8222;Freundinnen&#8220;, die einem sagen, dass jemand schlecht \u00fcber einen gesprochen hat, dass der schwer vermisste Exfreund eine wunderh\u00fcbsche Neue hat und stolz mit den\u00a0neuen Stiefeln protzen, die man sich leider nicht leisten kann, aber immer schon wollte. Warum bittesch\u00f6n sollte man nicht mehr fragen d\u00fcrfen, woher jemand kommt, wenn es einen wirklich interessiert? Ich habe die tollsten Gespr\u00e4che auf Taxifahrten, weil ich frage, woher der Fahrer kommt. Vielleicht war ich da schon oder m\u00f6chte hin und sehr oft sprechen Menschen fern der Heimat gerne \u00fcber diese. Was ist daran schlimm? Muss Derjenige sich daf\u00fcr sch\u00e4men, dass er im Moment nicht da ist, wo er herkommt? WARUM? Dar\u00fcber sollten die Moral-Polizisten der SZ vielleicht auch mal nachdenken. Weil man nicht mal franz\u00f6sische gefl\u00fcgelte Worte \u00fcberstrapazieren sollte, sag ich es mal so: Ein Schuft, der B\u00f6ses dabei denkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>platzt mir der Kragen. Ich bin fast immer und \u00fcberall Ausl\u00e4nder. Ich finde es \u00fcberhaupt nicht schlimm, nur wenn mich mein etwas snobistischer Pariser Metzger zu lange muhen l\u00e4sst, wenn mir das Wort f\u00fcr Rind nicht einf\u00e4llt. 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