{"id":1016,"date":"2014-11-05T18:05:22","date_gmt":"2014-11-05T18:05:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1016"},"modified":"2014-11-08T13:15:18","modified_gmt":"2014-11-08T13:15:18","slug":"ab-nach-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1016","title":{"rendered":"Ab nach M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war ich in einer zauberhaften Ausstellung im M\u00fcnchner Stadtmuseum. &#8222;Ab nach M\u00fcnchen&#8220; hei\u00dft sie und handelt von K\u00fcnstlerinnen um die vorletzte Jahrhundertwende. Eine betr\u00fcbliche Zeit, in der man als Frau entweder h\u00fcbsch war und heiraten konnte oder nicht so h\u00fcbsch, aber mit wohlhabender Familie versehen und sich um diese k\u00fcmmern konnte. Oder &#8211; ganz \u00fcbel &#8211; Lehrerin oder Gouvernante werden konnte. F\u00fcr kunstsinnige Frauen gab es weder Verst\u00e4ndnis noch Markt. Derweil, wie\u00a0unsere Kunstf\u00fchrerin sehr leidenschaftlich verdeutlichte, waren viele scheinbar m\u00e4nnliche Kunstkniffe l\u00e4ngst vorher von Frauen &#8222;erfunden&#8220; und praktiziert worden. Aber sie fanden weder Auge noch Geh\u00f6r.<\/p>\n<p>Kandinsky ein \u00fcbler Nachmacher? So unvorstellbar ist das nicht. Frauen haben meist eher im Hintergrund gewirkt und bei der Frage: Recht haben oder Ziel erreichen, entscheiden sie sich oft f\u00fcrs Ziel erreichen und das ist eben nicht so \u00f6ffentlichkeitswirksam. Aber durchaus effektiv. Wieviele weltbewegende Entscheidungen zuhause am K\u00fcchentisch oder an anderer Stelle getroffen werden, wei\u00df die Welt offiziell nicht, aber wenn man mal aus seiner eigenen kleinen Welt hoch rechnet, was man seinem Partner alles so sagt, ihn um Rat fragt, um Rat gefragt wird, dann halte ich pers\u00f6nlich die Machtverh\u00e4ltnisse doch f\u00fcr recht ausgewogen. Frauen mussten schon immer etwas kl\u00fcger sein, aber das sind sie zum Gl\u00fcck ja auch oft.<\/p>\n<p>Derart beseelt, schloss mein Abend jedoch mit einer sehr erdenden Erfahrung beim Schl\u00fcsseleinwerfen in der Werkstatt: Ich wollte\u00a0mein Auto um halb neun\u00a0auf dem Hof abstellen\u00a0und bin dann zu dem daf\u00fcr eigens installierten Briefkasten gegangen, um den Schl\u00fcssel einzuwerfen. Dort, unter der Laterne, stand ein Schild und ein Mann. Zuerst war es mir nicht so recht, dass er da stand, er sah riesig und recht\u00a0bullig aus und \u00fcberhaupt. Aber dann!!! Im Schein der Laterne waren wahnsinnig viele, wahnsinnig gro\u00dfe und wahnsinnig pelzige Spinnen. Sie haben sich im warmen Licht geaalt und auch bewegt. Der Mann dachte, ich w\u00fcrde nicht verstehen, wie das so funktioniert und hat mir im sch\u00f6nsten K\u00f6lner Dialekt gesagt, was ich zu tun h\u00e4tte. Aber in diesen Briefkasten h\u00e4tte ich nicht gefasst und wenn es das Letzte im Leben gewesen w\u00e4re. Dschungelpr\u00fcfungstauglich bin ich schon mal nicht, da brauch ich also sp\u00e4ter nicht hin. Als er die Misere verstanden hatte, hat er mir todesmutig einen Umschlag rausgefischt und auch noch gewartet, bis ich alles ausgef\u00fcllt hatte, um ihn wieder einzuwerfen.<\/p>\n<p>Irgendwie hat damit dieser Plagiats- und Nachahmerkram der Kunstszene ein wenig an Schwung verloren. Heute &#8211; mit repariertem, gewaschenen Auto &#8211; sieht es allerdings wieder anders aus. Eigentlich schon recht frech von diesen Schn\u00f6seln, ihren Frauen alles nachzumalen. Die spinnen wohl?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war ich in einer zauberhaften Ausstellung im M\u00fcnchner Stadtmuseum. &#8222;Ab nach M\u00fcnchen&#8220; hei\u00dft sie und handelt von K\u00fcnstlerinnen um die vorletzte Jahrhundertwende. 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